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Katholische Gemeinde St. Paulus

mit der Filialkirche St. Martin in der Pfarrei St. Franziskus

Impuls Nr. 172

Wenn die Wellen höher werden

Manchmal scheint es, als würde eine schlechte Nachricht die nächste jagen. Waldbrände, ‎Krieg, Flucht, Gewalt – zuletzt auch das Attentat auf den CSD in Berlin. Vieles erschüttert. ‎Vieles macht sprachlos.‎
Und auch im eigenen Leben gibt es diese Stürme. Eine Krankheit. Sorgen um einen ‎Menschen. Streit. Einsamkeit. Zweifel. Die Angst vor dem, was kommt. Nicht jede Welle ist ‎für andere sichtbar – und doch kann sie einen Menschen bis ins Innerste treffen.‎
Mitten hinein spricht Jesus zu seinen Jüngern auf dem stürmischen See und auch zu uns:‎

‎„Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“‎
Bemerkenswert ist: Jesus nimmt den Sturm nicht sofort weg. Die Wellen bleiben. Der Wind ‎hört zunächst nicht auf. Aber mitten im Sturm ist seine Stimme zu hören. Nicht als billige ‎Beruhigung, sondern als Zusage: Du bist nicht allein.‎
Petrus wagt den Schritt aus dem Boot. Solange sein Blick auf Jesus gerichtet bleibt, trägt ihn ‎das Wasser. Als die Angst größer wird als das Vertrauen, beginnt er zu sinken. Und genau in ‎diesem Moment streckt Jesus ihm die Hand entgegen.‎
Das berührt mich. Nicht, weil Petrus alles richtig macht. Sondern weil Jesus nicht wartet, bis ‎sein Glaube wieder stark geworden ist. Er greift sofort nach ihm.‎

Vielleicht ist das die Einladung dieses Sonntags: Nicht so zu tun, als gäbe es keine Stürme. ‎Nicht alles schönzureden. Sondern mitten in den Wellen auf die Stimme zu hören, die sagt: ‎‎„Hab Vertrauen. Ich bin da.“‎
Der Glaube bewahrt uns nicht vor Krisen. Aber er kann verhindern, dass wir in ihnen allein ‎untergehen. Manchmal zeigt sich Gottes Nähe nicht darin, dass der Sturm verschwindet, ‎sondern darin, dass uns eine Hand entgegenkommt – durch einen Menschen, ein Wort, eine ‎unerwartete Hoffnung oder durch die leise Gewissheit: Ich werde getragen.‎
Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag – mit offenen Ohren für Gottes Stimme, mit ‎dem Mut, seine ausgestreckte Hand zu ergreifen, und mit dem Vertrauen, dass seine ‎Gegenwart auch die Stürme unseres Lebens begleitet.‎

Andreas Strüder,
Pastoralreferent in der Pfarrei St. Franziskus

Pfarrei St. Franziskus